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Archive for December, 2008

Schneespuk überstanden

December 29, 2008 Leave a comment

Heute am 28. Dezember 2008 konnte man sich endlich wieder froh und frei in Seattle bewegen.  Gestern versuchte ich es auch schon einmal und fuhr sogar zum Reitstall, aber dort war es noch total zugeeist, bin kaum mit dem Käfer wieder auf die Straße gekommen. Da muss es noch ein paar Tage mehr tauen, bevor man sich mit einem Pferd aus dem Stall trauen kann. Heute Nachmittag fuhr ich zum Pioneer Square, Seattles altem Stadtzentrum. Schöne Gebäude und nette Läden. Wie immer besuchte ich meinen Lieblingsbuchladen Elliot Bay Book Company.

Elliot Bay Bookstore 1 Elliot Bay Bookstore 2

Nach einem Sandwich im Café unten und Kauf einer obligatorischen Lektüre schlenderte ich noch etwas im Viertel herum.

Building at Pioneer Square 2

cief seattle 1 poles chief seattle2

building at Pioneer Square 3

building at Pioneer Square 5

Smith Tower

building at Pioneer Square

Smith Tower 2

Store at Pioneer Square

In einem Antiquitätengeschäft kaufte ich ein wunderschönes kleines Apothekerschränkchen, das ich in meiner renovierten Küche als Gewürzregal verwenden werde. Der Ladeninhaber merkte an, wie schlecht das Geschäft momentan ginge und gab mir 50% Rabatt, damit ich mich zum Kauf durchrang. Viele hübsche Läden in der Ecke, aber wirklich voll tote Hose. Als letzter Stopp zum Pike Place Market, wo ich drei gigantische King Crab Beine erstand – das wird ein lecker Abendessen!

Von meinem Küchenprojekt mehr wenn es denn endlich mal fertig ist. Momentan sieht es nur unwesentlich besser aus als auf diesem Foto, das ich am 23. Dezember aufnahm:

Küchenrenovierung

Weihnachten verlief chaotisch. Am 24. Dezember waren wir allein zu Hause und machten es uns gemütlich. Am 25. sollten wir mittags zum Brunch nach Edmonds zu einem von Gerrys Brüdern. Leider schneite es dort noch total und auf dem letzten Ende zu Jons Haus blieb mein Käfer stecken. Ein freundliches Ehepaar begab sich vom Sofa auf die Straße, um mich freizuschieben. Ich bin direkt wieder nach Hause gefahren – Gerry lief mit den Geschenken für die Neffen die letzten paar Blocks zu Fuß und wurde später von einem seiner Brüder mit Allradantriebfahrzeug nach Hause gebracht. Ich wurde um 16.00 Uhr von Mike und Alison abgeholt, um am Weihnachtsdinner bei den Lorigs teilzunehmen. Das ist immer nett dort. Andy ist die Reitstallbesitzerin. Die Stute, die ich reite, gehört auch ihr.

Andy 2 Andy 3 Andy

Genug für heute, jetzt sollen die Krebsbeine in den Topf.

T.

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Categories: Travels

Schneegestöber und Stromausfall

December 23, 2008 Leave a comment

Wie schon befürchtet hatten wir gestern in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2008 Stromausfall. Ich hatte mir gegen halb 10 gerade die Zähne geputzt, und wir wollten gemütlich einen Film gucken, da verabschiedete sich jeglicher Komfort mit einem lauten Knall. Wenn wir hier Stromausfall haben, beginnt der Spaß immer mit einer heftigen Explosion in einem der Transformer an den Strommasten. Das passiert mindestens 2-3 Mal im Jahr (zu viele Bäume auf Lakeview Boulevard, die gefährlich dicht über den Leitungen hängen), daher sind wir bestens mit einem Sortiment batteriebetriebener Funzeln ausgerüstet. Ich rief sofort die Stromgesellschaft an, die schon mit mehreren anderen Störfällen beschäftigt war, aber versprach, um Mitternacht ein Team zu uns rauszuschicken. 30 Haushalte wären in unserer Straße betroffen. Wir krochen mit zwei extra Federdecken, unseren feinen Funzeln, den Katzen und meinem Laptop ins Bett, und guckten den Film dann eben auf kleinerem Bildschirm. Um 3 Uhr morgens plötzlich Festbeleuchtung im ganzen Haus, also alles wieder in Butter, ein Glück. Heute hörte es endlich auf zu schneien und wir schippten eine Stunde lang unsere Auffahrt frei. Das war richtig anstrengend, weil der Schnee inzwischen durch 1-2 Plusgrade nass und schwer geworden war. Danach marschierte ich eine Runde in unserem Stadtteil Capitol Hill umher, ein Latte musste sein und ein paar Fotos auch:

Seattle Schneetag 22 Dezember 2008 Lake Union

Seattle Schneetag 22 Dezember 2008 Lakeview Blvd

Seattle Schneetag 22 Dezember 2008 Seattle Schneetag 22 Dezember 2008 Space Needle

Seattle Schneetag 22 Dezember 2008 Lakeview Blvd2

Misha ist überglücklich, dass wir soviel zu Hause sind, und kaspert munter in der Gegend herum.

Misha Kratzbaum1 Misha Kratzbaum2

Misha Kratzbaum3

Mal sehen, wie’s morgen weitergeht. Soll in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch noch einmal schneien. Jetzt hab ich aber bald genug.

T.

Categories: Seattle

White Christmas in Seattle?

December 21, 2008 Leave a comment

Viel fehlt nicht mehr – es hat die ganze Nacht geschneit und heute, am Sonntag d. 21. Dezember 2008, läuft draußen gar nichts mehr. Ein paar vereinzelte Fußgänger und das ist es dann auch schon. Gerry und ich sind zu Fuß die drei Blocks bergrunter zum Lake Union gegangen, wo unser Lieblingslokal Serafina tatsächlich geöffnet war und uns prima Milchkaffee und Rührei servierte. Alle abschüssigen Nebenstraßen sind mit Polizeiband abgesperrt. Mutige Schlittenfahrer stapfen mit allen möglichen Gerätschäften die Hänge hoch – Schlitten hat hier ja keiner, also müssen Plastikschüsseln und Surfboards herhalten.

Spaziergang am Sonntag 21 Dezember Lake Union Nachbarschaft 21 Dezember

Nachbarschaft Lake Union

Street art

Da sich einer der Mitarbeiter des Restaurants aus seinem (laufenden) Wagen ausgesperrt hatte, ist Gerry (mit entprechendem Werkzeug ausgerüstet) nach dem Frühstück noch einmal runter gelaufen, um ihm die Tür aufzufummeln. Den Rest des Tages werden wir wohl drinnen verbringen. Es lohnt nicht, die Auffahrt freizuschaufeln, da es immer noch schneit.

T.

Categories: Seattle

Arsch abfrieren

December 20, 2008 Leave a comment

Heute ist Freitag, der 19. Dezember 2008. Ich hocke in meinem Arbeitszimmer und gucke auf die letzten Sonnenstrahlen, die gerade hinter der Space Needle verschwinden und auf meine verschneite Auffahrt, in die wir inzwischen eine breite Fahrrinne geschippt haben, die durch Hinzufügen von Streusalz nun auch wirklich befahrbar ist. Es fing schon vor über einer Woche an, saukalt zu werden. Minus 5 Grad am Tag hatte ich hier in den 15 Jahren noch überhaupt nie. In den Nachrichten hörte ich, dass es das letzte Mal vor 20 Jahren so kalt war in dieser Gegend. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schneite es diese Woche dann. Als wir Donnerstagmorgen aufwachten, war alles weiß draßen. Schön eigentlich! Aber wie Ihr wisst, ist Seattle nur unwesentlich weniger hügelig als San Francisco, also läuft seit 2 Tagen gar nichts mehr. Bei der Arbeit war ich auch Mittwoch das letzte Mal.

Seattle December 18 2008 Lakeview Lakeview December 18 2008

Seattle December 18 2008

Lakeview December 18 2008 Blick aus dem WohnzimmerSeattle December 18 2008 zum Lake Union runter

Da die Katzenfutterlage auf eine brenzlige Knappheit zusteuerte, traute ich mich vorhin mit meinem VW-Käfig zum Whole Foods Supermarkt. Wei oh wei, wenn ich gewusst hätte, wie’s auf den Straßen aussieht, hätt ich das gelassen. Es ging alles gerade noch so, der Käfer hat ja ne Gangschaltung und auch nicht so viel PS, also im ersten Gang berghoch, bergrunter. Ganz bis zum Supermarkt hab ich’s nicht geschafft, da kam ein steiler Hang, der wegen Vereisung gesperrt war. Mitten in der Stadt. Das gibt’s echt nicht. Seattle hat nur 10 Schneefahrzeuge (Pflüge/Salzstreuer). Kein Wunder, mit denen haben sie wohl nur die Highways wieder gangbar gekriegt.  Schneeketten und Streusalz gibt’s auch schon nirgends mehr. Naja, ich bin die letzten paar Hundert Meter gelaufen, hab das nötige Katzenfutter (die Waschbären kommen seit letzter Woche auch schon wieder jeden Abend, nachdem ich sie mindestens seit 6 Wochen gar nicht mehr gesehen hatte!) sowie mehrere Packungen gefrorener Lasagne und anderer Fertiggerichte, Brot, Käse, Oliven, Milch, Eier und dergleichen eingekauft und bin dann flugs wieder nach Hause gegurkt. Gerry renoviert gerade unsere Küche, zu allem Übel können wir auch nicht normal kochen momentan (der Herd steht im Eßzimmer, der Kühlschrank in meinem Büro, Haufen von Geschirr überall, weil er die alten Schränke rausgerissen hat).  Mikrowellenmampf ist unsere Kost. Gestern sind die Holzfußböden geschliffen und lackiert worden, heute sollten eigentlich die neuen Schränke kommen (aber die Firma ist eine Stunde Richtung Nordosten von hier, wo die komplett eingeschneit sind), morgen gibt’s neue Wandfarbe. Sieht alles prima aus, aber natürlich nervig, den gesamten Kücheninhalt flächendeckend auf’s ganze Haus verteilt zu haben.  Wenn das Wetter so weitergeht, müssen wir noch über Weihnachten von Tiefkühlkost leben. Ächz.

Genug gejammert! Alles in allem ist es auch mal wieder schön, richtigen Winter zu haben.

Gehabt Euch wohl!

T.

Categories: Seattle