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Arsch abfrieren

Heute ist Freitag, der 19. Dezember 2008. Ich hocke in meinem Arbeitszimmer und gucke auf die letzten Sonnenstrahlen, die gerade hinter der Space Needle verschwinden und auf meine verschneite Auffahrt, in die wir inzwischen eine breite Fahrrinne geschippt haben, die durch Hinzufügen von Streusalz nun auch wirklich befahrbar ist. Es fing schon vor über einer Woche an, saukalt zu werden. Minus 5 Grad am Tag hatte ich hier in den 15 Jahren noch überhaupt nie. In den Nachrichten hörte ich, dass es das letzte Mal vor 20 Jahren so kalt war in dieser Gegend. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schneite es diese Woche dann. Als wir Donnerstagmorgen aufwachten, war alles weiß draßen. Schön eigentlich! Aber wie Ihr wisst, ist Seattle nur unwesentlich weniger hügelig als San Francisco, also läuft seit 2 Tagen gar nichts mehr. Bei der Arbeit war ich auch Mittwoch das letzte Mal.

Seattle December 18 2008 Lakeview Lakeview December 18 2008

Seattle December 18 2008

Lakeview December 18 2008 Blick aus dem WohnzimmerSeattle December 18 2008 zum Lake Union runter

Da die Katzenfutterlage auf eine brenzlige Knappheit zusteuerte, traute ich mich vorhin mit meinem VW-Käfig zum Whole Foods Supermarkt. Wei oh wei, wenn ich gewusst hätte, wie’s auf den Straßen aussieht, hätt ich das gelassen. Es ging alles gerade noch so, der Käfer hat ja ne Gangschaltung und auch nicht so viel PS, also im ersten Gang berghoch, bergrunter. Ganz bis zum Supermarkt hab ich’s nicht geschafft, da kam ein steiler Hang, der wegen Vereisung gesperrt war. Mitten in der Stadt. Das gibt’s echt nicht. Seattle hat nur 10 Schneefahrzeuge (Pflüge/Salzstreuer). Kein Wunder, mit denen haben sie wohl nur die Highways wieder gangbar gekriegt.  Schneeketten und Streusalz gibt’s auch schon nirgends mehr. Naja, ich bin die letzten paar Hundert Meter gelaufen, hab das nötige Katzenfutter (die Waschbären kommen seit letzter Woche auch schon wieder jeden Abend, nachdem ich sie mindestens seit 6 Wochen gar nicht mehr gesehen hatte!) sowie mehrere Packungen gefrorener Lasagne und anderer Fertiggerichte, Brot, Käse, Oliven, Milch, Eier und dergleichen eingekauft und bin dann flugs wieder nach Hause gegurkt. Gerry renoviert gerade unsere Küche, zu allem Übel können wir auch nicht normal kochen momentan (der Herd steht im Eßzimmer, der Kühlschrank in meinem Büro, Haufen von Geschirr überall, weil er die alten Schränke rausgerissen hat).  Mikrowellenmampf ist unsere Kost. Gestern sind die Holzfußböden geschliffen und lackiert worden, heute sollten eigentlich die neuen Schränke kommen (aber die Firma ist eine Stunde Richtung Nordosten von hier, wo die komplett eingeschneit sind), morgen gibt’s neue Wandfarbe. Sieht alles prima aus, aber natürlich nervig, den gesamten Kücheninhalt flächendeckend auf’s ganze Haus verteilt zu haben.  Wenn das Wetter so weitergeht, müssen wir noch über Weihnachten von Tiefkühlkost leben. Ächz.

Genug gejammert! Alles in allem ist es auch mal wieder schön, richtigen Winter zu haben.

Gehabt Euch wohl!

T.

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